• Lachen und Weinen

    I. Philosophisch A1: Wissen und Nichtwissen im Philosophiestudium

    Vom heutigen Philosophiestudium und vom Studium der Philosophie im Großen und Ganzen –

    Was erwartet den Suchenden an der Uni? Er ist ein Werdender, ein Lernender – aber was wird aus ihm? Er kifft und protestiert heute seltener, doch die Moral dient ihm immer noch häufig als Schutzschild und Waffe. Wir haben herausgefunden: Helmuth Plessner war auch mal Student. Was hätte er zur Bologna-Reform gesagt? Hätte er geklagt? Wir sprechen über Taktung des Denkens, Bürokratisieren des Philosophierens, fragen uns wo der freie Ort ist, den das freie Denken doch vielleicht auch benötigt? Da Sprache doch das Medium der Philosophie ist, wie wirkt sich ein erzwungener „wissenschaftlicher“ Jargon auf das Denken aus? Kann man noch zu einer Promotion raten? Und was studiert man nochmal, wenn man Philosophie studiert? Wir fragen es uns erneut, und wahrscheinlich nicht zum letzten Mal: was ist das Wesen der Philosophie? Wir finden schön: Philosophie als Wagnis, Philosophie als Heilmittel, auch für die Wunden, die sie selbst erst schlägt. Denn wenn Studenten an deutschen Unis von „Career“ erzählt werden soll, geht es meist um Gehirnwäsche.

    Außerdem: Frohe Ostern. – Wir erstehen auf in einem parallel laufenden, neuen Format. – Bruno begründet die Woziologie. – Jakob weiß nicht mehr so recht. – Sprachkurs Philosophie, von A1 zur Muttersprachlerin! – Adorno lässt Wittgenstein auflaufen. – Wir stapeln unser Wissen nach unten. – Die Glätte der akademischen Sprache meidet leider, sich aufs echte philosophie Glatteis zu begeben.

    An alle Studienbeginner, hier die Informationen zur Veranstaltung an der Uni Heidelberg:

    Philo*phil – das philosophische quintett

    ÜBER WISSEN UND NICHTWISSEN IN DER PHILOSOPHIE ODER: Was tun, wenn sich ein theoretisches Problem plötzlich ganz praktisch anfühlt?

    ONLINE -TALK AM 04. MAI 2021 UM 18:30

    Bei unserem ersten philosophischen Quintett haben Sie die Gelegenheit, mit drei Menschen ins Gespräch zu kommen und von Ihnen zu erfahren, wie sie ihr Philosophie Studium gemeistert haben. Was war die größte Freude, die kleinste Hürde und wieso haben sie nach dem Studium mit der Philosophie weiter gemacht? Auf diese und viele Fragen von Ihnen freuen sich:

    Sabine zu Putlitz

    Jörg Scheller

    Omri Böhm

    Moderation: Peter Abelmann, Lena Lampe

    LINK und Zugangsdaten: https://heibox.uni-heidelberg.de/d/60f0868a43724b9eaf28/

    (Danke an Frau Obermeier für Idee und Vermittlung!)

    Artikel zur Promotion in den Geisteswissenschaften:

    https://www.sueddeutsche.de/bildung/geisteswissenschaften-ein-doktortitel-fuers-wiederkaeuen-1.3715908-0

    Literatur:

    Christiane Florin: Warum unsere Studenten so angepasst sind, Rowohlt Taschenbuchverlag 2014.

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    11. Homo sibi deus est?

    Der Dandy im Apfelstrudel spätmoderner Singularisierung –

    Dandytum damals und heute. Wir schreiben eine kleine Kulturgeschichte.

    Ursprünglich ließ er sich von Schildkröten das Tempo vorgeben – doch was vermag er heute im Temporausch der Singularisierung? Lässt es sich auf Instagram noch genüsslich promenieren?

    Wir eröffnen mit napoleonischer Konfliktbewältigung. Wer will schon lebenslang konservativ-liberal sein? Also fängt man mit sich an, was man will. Krönt sich bspw. zum König. Aber Vorsicht: Selbst im besten Fall, kann man auch nur der werden, der man schon ist. Nur nicht zu viel Zeit vor dem Spiegel verbringen. Wie war das noch mit Existenz, Essenz und Freiheit? Lieber Freidenker, als Freitäter. Besser isses.

    Ein bisschen geht es um Lifestyle – aber um einen besonderen! Der Dandy im Wandel der Zeiten. Statt über die Gemeinschaft definieren wir uns heute vorrangig als unser eigenes Individuum. Wann ging das los? Wir beginnen mit Hegel. Ja, Hegel kommt zu Wort. Wenn man es ernst nimmt, geht bald ohne Ästhetisierung nix mehr. Ein gigantischer Raum öffnet sich. Kann der Dandy zum Trendsetter werden? Wird er zum bloßen Kurator seines Lebens?

    Außerdem: Es gibt Jelly Beans. – Homo homini XY est. – Die Welt als Promenade und Vorstellung. – Oscar Wilde als prekärer Dandy. – Der preußische Dandy läuft Gefahr, sich emotional einzupanzern. – Was wurde nach ’68 eigentlich aus der Romantik? – Und wir spielen DAS ANTINOMIEBAROMETER!

    Nur am Rande streifen wir: Der Dandy kann eine enorm reaktionäre Figur sein. Hierzu sei noch folgender Artikel anheimgegeben: https://jacobin.de/artikel/rechte-intellektuelle-bildungsbuergertum-dresden-uwe-tellkamp-susanne-dagen-kubitschek-dresden-afd/

    Den erwähnten Artikel von Günter Erbe gibt es hier: https://www.bpb.de/apuz/27987/der-moderne-dandy?p=all

    Also? Homo sibi deus es?

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    10. Warum wir weinen

    Helmuth Plessners Anthropologie, die Dritte. Zur Feier des Tages weinen wir. Es darf trotzdem gelacht werden. Wir schauen den Tränen beim Wachsen zu und fragen uns: Wann, wie, wo weint man, und vor allem – warum? Und was bitte ist „geistiges Weinen“? Ehe man sich’s versieht hat man womöglich seine Tränen verbraucht. Dabei tut Weinen gut. Weinen schafft Ausgleich. Man kann sich sogar über das eigene Weinen freuen. Jedenfalls ist es Zeit, die erkalteten modernen Menschen wieder aufzuwärmen. –
    Außerdem: Im Hörspiel ergründen wir Kölns Weltruhm als Pilgerstadt. – Ein weiterer Exkurs zu Freud. – Was verdient man so als türkischer Vater? – Ein frustrierter Patient kauft sich Mittelchen in der metaphysischen Apotheke. – Ein unverständlichster Satz der Woche. – Und für alle zum Mitschreiben, mit Helmuths erhobenem Zeigefinger: Die Welt ist leider nicht logisch. Ihre Grenzen sind nicht durch Begriffe absteckbar, sowie sie auch begrifflich nicht zu korrigieren ist.
    Der Vortrag von Sloterdijk:
    https://www.youtube.com/watch?v=-wbgF9V3GhU
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    9.2 Therapie statt Religion

    Teil 2 zur Religion als Illusion erklärt alles und lässt keine Frage offen. Am Anfang steht das Neugeborene der Natur gegenüber. Bzw. – Moment: Den Eltern. Die Gefahr geht von den Massen aus. Der innere Zwang fällt weg, der äußere nimmt zu. Wir durchleben immer noch unsere Wachstumsschmerzen. Daher: Die Aufklärung muss sich weiterentwickeln. Freud stellt sie auf den Kopf. Und ganz ohne „Umwerthung“ kommt er auch nicht aus. Am Ende frustriert das Silicon Valley.
    -Außerdem: Die Unwissenheit ist und bleibt die Unwissenheit. – Eine neue Folge *Express-Wochenschau* mit Maxim Klusch!. – Candide tritt auf. – Jakob ist kein Gott. – Bruno erklärt den Optativ. – Freuds Glaubensbekenntnis. – Und ein *Wort zum Sonntag* vom lieben Friedrich.
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    9.1 Freuds Zukunft ohne Illusionen?

    Teil 1: Nach Weihnachten bringen wir euch die wahre frohe Botschaft: Der Mensch ist therapierbar! Mit unserem Freund Freud steigen wir hinab in düstere Höhlen der christlichen Idealfabrikation, streifen schädliche Illusionen ab und erliegen vielleicht ein paar neuen, klettern jedenfalls wieder hinaus in ein um so helleres, klareres neues Jahr.

    Außerdem: *WELTEXKLUSIV* das Coronavirus im Live-Interview – Nietzsche kommt mit auf Höhlenwanderung – Ähnlichkeiten bei Hobbes und Stromberg – und immer wieder: Goethe, Heine, Nietzsche.

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