• Lachen und Weinen

    15. Auf den Spuren der Einsamkeit

    Wir sind im Kosmos, doch wo stehen wir? Und wie zu uns selbst? Und wie mit- und gegeneinander? Vielleicht stehen wir am Rande, am Abrand? Bruno und Jakob wollen zu Rande kommen und sprechen über Einsamkeit. Wir sind alle religiöse Kleingärtner (geworden). Ein Obdach müssen wir uns heute vielleicht selbst bauen. Georg Simmel erklärt die Entfremdung voneinander in den Großstädten. Gehört Einsamkeit dazu, oder lässt sie sich heilen? Beides – wahrscheinlich. Obwohl die Stoiker wie immer ihr Diktum zum besten geben: Stellt euch doch nicht so an. Und mal wieder: Freiheit ist ein zweischneidiges Ideal, vor allem aber: Ein Ideal! Wir sollten ihm nicht unsere Gesundheit opfern. Selbiges gilt für die Gesellschaft: Je besser sie „funktioniert“, desto kränker werden die Menschen, die dieses Funktionieren garantieren. Also: Ganz einsam sind wir hoffentlich erst im Tod.

    Einst waren echte Beziehungen eine Notwendigkeit. Heute meinen wir uns dieser Notwendigkeit entledigt zu haben, und inszenieren Beziehungen in einer fragwürdigen Realität. Und schließlich landen wir bei einer großen Scham. Doch dazu ein andermal!

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    Inhalt:

    00:00:00 Nietzsche in Sils-Maria

    00:02:20 Einleitendes zur Einsamkeit

    00:12:30 Einsamkeit und Moderne – Simmel u.a. – Spaßgesellschaft, Partygesellschaft

    00:30:40 Allgemeines und Singuläres – Simmel und Reckwitz

    00:37:22 Rolle von Staat und Gesellschaft – Diana Kinnert

    00:46:10 Kommunkation, Medien – McLuhan, Plessner

    01:05:55 DIE POPMUSIKANALYSE mit Maxim Klusch – „I“ vermisst „You“

    01:10:33 Selbstverleugnung als moderne Subjektivität – Adorno/Horkheimer

    01:17:42 Betrübtheit? – Bitte keine Ethik des Ertragens!

    01:30:36 Abschied – Der Einsamste

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    Wir empfehlen:

    The Great Gatsby (F. Scott Fitzgerald, 1925)

    The Crowd – „Ein Mensch der Masse“ (King Vidor, 1928)

    Lost in Translation (Sophia Coppola, 2003)

    Family Romance, LLC (Werner Herzog, 2019)

    Die Großstädte und das Geistesleben (Georg Simmel, 1903)

    Zur Frage menschlicher Beziehungen in der modernen Kultur (Helmuth Plessner, 1959)

    Die neue Einsamkeit. Und wie wir sie als Gesellschaft überwinden können (Diana Kinnert, 2021)

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    Wir danken dem Nietzsche-Haus in Sils Maria im Engadin für die Gastfreundschaft!

    Wie immer auch danke an @leon.scheich für unsere Logos!

    IV. Wahl-O-Mat-Kritik®

    Handreichung zur Wahl No. 2. Wir haben den Wahl-O-Mat® durchgespielt. Und betrachten ihn kritisch. Doch mit dem Ergebnis sind wir zufrieden. – Außerdem: Wir wollen die traditionalle Familie aus Vater, Vater und Großvater fördern. Bafög stärker besteuern. Den Staat verstaatlichen! Der freien Wirtschaft Windenergie in den Arsch blasen. Fünfte und Sechste Staatsbürgerschaften zulassen! Wir sollten uns ganz rational selbst befragen: Können wir aus dem großen Scheißhaufen einen Köttel machen? Während der Aufnahme klingeln die Grünen. 6G Ausbau! Die Schuldenbremse bitte links überholen! Lieber finanzielle Schulden als materielle Schulden. Aus der sehr schlechten EU soll Deutschland nicht austreten! Und bitte: Frauen an die Macht. Oder wenigstens der Postillon. Und den Machtblock der Alten brechen.

    Lachen und Weinen präsentiert: Eine informative Sendung die überwiegend ernst gemeint ist.

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    Korrektur: „Unsere Sicherheit wird nicht nur, aber auch am Hindukusch verteidigt“, sagte nicht Joschka Fischer, sondern Peter Struck. Schade eigentlich.

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    Hier gehts zum Wahl-O-Mat®: https://www.wahl-o-mat.de/bundestagswahl2021/app/main_app.html

    Wie immer danke an @leon.scheich für unser Logo!

    14. Passivistische Staatsbefriedung

    Wir betreiben passivistische Agitation. Aber auch: Vögeln fördern. Denn bei der Liebe gibt es wenigstens noch was zum Anfassen. Drum herum herrschen einige Fiktionen. Der Staat bleibt ein Abstraktum und legt trotzdem Hand an. – Es ist Wahlherbst, die Jahreszeit des Hypernormalismus. Und das im realen Ausnahmezustand. „In Gefahr und grösster Not bringt der Mittelweg den Tod.“ Die Lage ist ernst. Das Politische geht dem Staat voraus, die Politik betreibt ihren Betrieb – und wir können uns dem Ganzen nicht entziehen. Wir haben also eigentlich keine Wahl mehr. Gerade weil wir am 26. zur Wahl aufgerufen sind. Außerdem! – Zukunft! Menschen! Erde! Welt! Nach Vorne! Gemeinsam! Jeder will der demokratischste sein. Wir wollen die Bestimmtheitsstruktur dieser Blödheit analysieren. Und das Alter zum politischen Kampfbegriff machen. Am Ende geraten wir in resignative Strudel. Wir schwimmen dann noch dagegen an. Oder doch passivistisch einlullen lassen?

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    Inhalt:

    00:00:00 Hörspiel – Gründung des Passivismus

    00:07:00 Staat und Politik – Karl Valentin, Nietzsche, Bourdieu

    00:34:45 Die Popmusikanalyse mit Maxim Klusch – „Comeback ins Altbekannte“

    00:40:15 Aspekte des neuen Rechtsradikalismus – Adorno, Freud

    01:18:30 Fakten zur Wahl – Demografie – Alt vs. Jung

    01:24:55 Wort zum Wahlsonntag – Nietzsche

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    Korrektur: Marco Bülow ist von der SPD zur Partei übergetreten.

    Zweite Korrektur: Hitler gab den „Nerobefehl“, nicht den Zerobefehl, oder den Nullbefehl.

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    Einige Quellen:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Weltbev%C3%B6lkerung#/media/Datei:Global_Population-Pyramid-1950-to-2100.jpg

    https://www.bundeswahlleiter.de/info/presse/mitteilungen/bundestagswahl-2021/0121wahlberechtigte-geschaetzt.html

    https://www.republik.ch/2021/09/01/weder-wirklich-wahl-noch-kampf

    https://www.n-tv.de/politik/Umfrage-Klima-spielt-fuer-aeltere-Waehler-kaum-Rolle-article22779230.html

    Wir lesen aus:

    Adorno, Theodor W.: Aspekte des neuen Rechtsradikalismus, Berlin 2019.

    Danke an folgenden Soundcrafter:
    https://freesound.org/people/anechoix/sounds/456797/

    Wie immer vielen Dank an @leon.scheich für unser Logo und die graphische Gestaltung!

    III. Tod und sterben lernen

    Der Tod – Heidegger malt ihn als die einzige Wahrheit. Epikur meint, er betreffe uns gar nicht. Er stellt uns vor das Lebensrätsel Diltheys, und bei Hegel lebt vor allem der Geist, indem er aber die Negativität des Todes auf sich nimmt. Überhaupt: Heißt nicht „Philosophieren“ sterben lernen?

    Geht er nur die Toten etwas an? Oder nur die Lebenden? Wer nimmt den Tod eigentlich wahr, wer erfährt ihn? Wenn schon nicht der Tod, dann ist doch mindestens das Sterben ein Prozess des Lebens. Und am Ende muss der Mensch auch noch trauern. Letztlich: Wie verhält man sich zum Tod? Kann man einfach dagegen sein? Auf Messers Schneide servieren wir uns den Tod als ultimatives factum brutum in Folge III!

    Danke wie immer an @leon.scheich für unser Logo!

    13. Florian Arnold: Von Höhlen und Metahöhlen

    Um alles muss ein Umschlag. Um das Buch und um die Welt. Wir schlagen das Buch unseres Gastes Florian Arnold auf. Mit ihm wollen wir das Unvordenkliche einholen. Die Wahrscheinlichkeit arbeitet gegen uns. Hans Blumenberg nimmt uns zum Glück bei der Hand und führt uns über die Brücken, die er schlägt. –

    Aus den Urwäldern über die Savannen in die Höhlen ging der Mensch. Womöglich jedenfalls. Dort konnte man endlich durchschlafen. Und sich Sachen ausdenken. Fallen etwa. Die Falle ist „dinglich gewordene Erwartung“? Wir wollen es begreifen, doch damit wird es brenzlig. Denn es harren auch die Begriffe geduldig ihrer Beute. Begriffe als geistiges Stück Technik? Unsere Städte als Metahöhlen? Wie kommen wir richtig rein in die Höhle? Und kommen wir überhaupt noch heraus? (Das Haus der Vernunft könnte ein Gefängnis sein). Mit unserer Sesshaftwerdung hebt sich der Blick in die Vertikale. Am Ende führen wieder alle Wege ins Silicon Valley. Sind wir uns selbst in die Falle gegangen? –

    Wenn in unserer digitalen Wildnis aus Komplexität Hyperkomplexität wird, dann müssen wir uns die Frage nach Bewohnbarkeit neu stellen. Digitale Maschinen brauchen schließlich auch ein face, damit wir überhaupt mit Ihnen interagieren können. Wir brauchen also mehr denn je: Design. Verdeckt werden darf nur kein Trauma. Auch wenn die Menge an emotionalem Trash, der die Welt der sozialen Medien bevölkert, auf Verdrängtes hindeutet. Darin bitte nicht verlieren, denn das Leben ist endlich. Wir sollten uns schonen. Und den Planeten. Und womöglich bedeutet das letzten Endes dasselbe.

    Unser Gast im Internet:

    Start

    https://www.zdf.de/kultur/design-und-strafe

    Sein Buch: Die Architektur der Lebenswelt. Entwürfe nach der philosophischen Anthropologie Hans Blumenbergs, Frankfurt am Main 2020.

    Sein Podcast mit Thomas Arnold: http://arnoldundarnold.de/

    Danke an folgende soundcrafter:
    https://freesound.org/people/CaganCelik/sounds/418020/
    https://freesound.org/people/berglindsi/sounds/402977/
    https://freesound.org/people/Nakhas/sounds/328550/
    https://freesound.org/people/Zabuhailo/sounds/166447/
    https://freesound.org/people/InspectorJ/sounds/406048/

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